Kaufhinweise und Tipps

Wirklich gute Berater und Fachgeschäfte gibt es nur ganz wenige!

Was die Sache nicht einfach macht: jeder Berater empfiehlt etwas Anderes!
Die hochwertige Musikwiedergabe ist ein recht komplexes Thema, obwohl die Technik dahinter nicht sonderlich kompliziert ist. Viele glauben sich hier gut auszukennen, obwohl ihnen jegliches Basiswissen fehlt. Besonders in Großmärkten, aber auch in Fachgeschäften werden Leute ohne besondere Vorkenntnisse schnell zu “Beratern” ausgebildet und angestellt. Diese bekommen sofort Order was verkauft werden muss, mit den dazu passenden Verkaufsargumenten. Im Hintergrund stehen Provision, Jahresbonus und Werbekostenzuschuss. Wirkliche Spezialisten gibt es nur wenige und selbst die sind fast nie einer Meinung. Es ist also für jemand der eine Beratung sucht, stark davon abhängig, an wen er zufällig gerät. Nur sehr selten gibt es auf Wissen basierende, ehrliche und uneigennützige Aussagen zu diesem Thema.

Der Kauf von Geräten zur Audiowiedergabe ist eine sehr individuelle Angelegenheit.
Ein oft gehörter Satz: “mein Freund hat mir die Marke “XXX” empfohlen, weil er damit zufrieden ist”….. Die Tatsache: der Freund wäre mit unzähligen anderen Marken auch zufrieden gewesen, denn so richtig “schlechte” Geräte gibt es fast nicht mehr. Aber er hat sich (hoffentlich) aus individuellen Gründen für eine bestimmte Marke entschieden. Sich nach dem zu richten was beim Freund gepasst hat und deshalb auf eine individuelle Lösung zu verzichten, wäre ein Fehler! Der einzige richtige Weg ist der Alleingang, mit bestmöglicher Unterstützung durch einen fachkundigen, unabhängigen bzw. seriösen Händler und ohne (wenn auch gut gemeinter) Zusatzberatung durch einen Freund – auch nicht zum Probehören. Die Erfahrung hat gezeigt, dass jede weitere Person beim Testen nur für Verwirrung sorgt und alles dadurch nur noch schwieriger wird. Durchaus sinnvoll ist es aber, den Lebenspartner in die Entscheidung mit einzubeziehen. Wichtig ist nur, dass eine Kaufentscheidung aus eigener Überzeugung getroffen wird.

HiFi-Magazine sind mit Vorsicht zu genießen!
Es wird nicht einfacher, wenn ein Kaufinteressent versucht, sich mittels HiFi-Magazinen eine eigene Meinung zu bilden, denn jede Zeitschrift hat ein deutlich erkennbares Naheverhältnis zu bestimmten Herstellern und Importeuren. Auch ist nicht zu übersehen, dass intensive Werbeaktivität meist zu positiven Testberichten führt. Ganz falsch ist es, sich nach Punktelisten zu richten. Deren Existenz ist schon ein Fehler, weil selbst bei bester Absicht immer alles subjektiv bewertet wird. Aber selbst das ginge noch, wenn man als Branchenkenner nicht wüsste, wie diese Auflistungen tatsächlich zustande kommen. Im Endeffekt kann man nur Jeden bemitleiden, der danach eine Kaufentscheidung trifft. Zum Glück gibt es aber von den namhaften Herstellern kaum noch schlechte Geräte, somit kann andererseits wieder nicht allzu viel schief gehen. Wirklich schlimm ist nur, dass die Zeitschriften offensichtlich nicht ohne Schlagzeilen auskommen. Dadurch wird mit jeder Ausgabe eine dementsprechende Portion “HiFi-Voodoo” mitgeliefert. Teuere Zubehörartikel (auch Kabel!) werden empfohlen, die keinerlei Klangverbesserung mit sich bringen.

Im Prospekt ist Jeder der beste!
Prospekte und Homepages von Herstellern können grundlegende Informationen liefern – mehr nicht! Inwieweit Produkte von bestimmten Herstellern für einen Kauf in Frage kommen, kann schon im Vorfeld geklärt werden. Dazu können Prospekte und/oder die Webseiten der jeweiligen Hersteller wichtige Informationen liefern. Es wäre aber völlig falsch, eine Kaufentscheidung einfach über den  Vergleich von technischen Daten treffen zu wollen, denn diese sagen nur sehr wenig über die Gesamtqualität eines Produktes aus! Selbst relativ billige Geräte von namhaften Massenherstellern liefern heute tadellose Werte, diese zu erreichen ist sehr einfach geworden. Auch können Messwerte, wenn sie unter bestimmten Bedingungen zustande kommen, zu eindrucksvollen Ergebnissen führen. Mit der Praxis haben sie aber meist nicht viel zu tun. Am wenigsten aussagekräftig sind technische Daten von Lautsprechern. Heute werden alle unter Zuhilfenahme von Computersimulationsprogrammen konstruiert, dadurch sind sie messtechnisch meist in Ordnung. Trotzdem klingen sie, je nachdem welche Technologie der Konstrukteur angewendet hat, sehr unterschiedlich. Es gibt viele Kombinationsmöglichkeiten von Grundkonzepten und Systemen. Fast jedes Detail eines Lautsprechers hat Einfluss auf den Klang. In den üblichen Messdaten ist davon aber kaum etwas bemerkbar. Oft sind Prospekte von sehr guten Herstellern recht einfach gehalten. Sie beinhalten glaubwürdige Aussagen und ihre Produkte werden darin ohne Effekthascherei präsentiert. Dagegen “wimmelt” es in Katalogen von bestimmten Massenherstellern nur so von (angeblich) genialen Detaillösungen! Dazu wird auch gleich eine passende Abkürzung kreiert. Genial ist dabei meist überhaupt nichts, bestenfalls die Art und Weise wie alles dargestellt wird.

Masse oder Klasse?
Wieso kosten “Boliden” aus dem Konsumerbereich relativ wenig, einfach wirkende Geräte im Fachhandel dagegen viel?Ein Gerät für den Massenmarkt wird unter speziellen Vorgaben hergestellt, denn es ist nur dann rentabel, wenn Konstruktion und Produktion geringe Kosten verursachen und davon sehr hohe Stückzahlen abgesetzt werden. Um im brutalen Verdrängungswettbewerb bestehen zu können, versucht jeder Hersteller dem Interessenten das Gefühl zu vermitteln, dass er beim Kauf seines Produktes viel für sein Geld bekommt. Die Lockmittel sind große Gehäuse, viele Funktionen und bei Verstärkern hohe Ausgangsleistungen. Die Klangeigenschaften stehen dabei weniger im Vordergrund. Dadurch ist auch die Konstruktion recht schnell erledigt, mit der richtigen Software machen das Computer heute fast schon selbstständig. Ebenso schnell geht das Gerät dann in Serie und kurz darauf beginnt meist schon wieder die Planung des Nachfolgemodells. Unter völlig anderen Gesichtspunkten werden Geräte für den Fachhandel hergestellt. Schon die Modellpolitik ist hier eine andere, die Produktion einer Serie läuft im Schnitt 5 Jahre. Aber auch sonst ist vieles anders, besonders in relativ günstigen Preisklassen, wo bei den Geräten auf jeglichen Ballast und auf unnötige Funktionen zu Gunsten der Gesamtqualität verzichtet wird. Bei den Verstärkern wird die Ausgangsleistung nicht unnötig hoch getrieben, statt dessen wird Wert auf Laststabilität gelegt. Dazu werden bestmögliche Komponenten verwendet.
Qualität geht vor Quantität – weniger ist mehr!

Was dem Interessenten alles ein- und ausgeredet wird
Großer Klang aus winzigen Lautsprechern – das wäre schön, funktioniert aber nicht! Ein cleverer amerikanischer Lautsprecherhersteller hat als Erster erkannt, wie groß der Wunsch nach winzig kleinen “Böxelchen” ist. Mit aufwändiger Werbung, gesteuerten Testberichten und Hilfe der Großmärkte hat diese “Masche” erwartungsgemäß viel Erfolg. Tatsache ist aber, dass Naturgesetze und die Physik sich nicht aushebeln lassen. Jeder Kompromiss hat Auswirkungen und gerade bei der Konstruktion von Lautsprechern wird das mit aller Härte deutlich. Ähnlich wie bei einem Automotor, wo der Hubraum durch nichts ersetzt werden kann, ist es auch bei Lautsprechern. Ausreichende Membranfläche und das dazu notwendige Luftvolumen (gilt vorwiegend für passive Boxen!) sind grundlegende Faktoren für guten Klang. Ein winziger Lautsprecher kann kein Instrument und schon gar kein Orchester in seiner vollen Größe wiedergeben, auch wenn dazu im Verbund ein (ebenfalls zu klein geratener) Subwoofer dröhnt! So etwas kann bestenfalls für eine kleine A/V-Anlage (nicht für richtiges Heimkino!) halbwegs befriedigend funktionieren.

Einer der schlimmsten Standardsätze lautet: “Die wichtigste Komponente ist das Quellgerät, weniger wichtig ist der Verstärker und eine untergeordnete Rolle spielen die Lautsprecher”! Diese unglaublich unkompetente Aussage stammt aus vergangenen Zeiten, wo der analoge Plattenspieler noch die wichtigste – aber auch die schwächste – Komponente jeder HiFi Anlage war. Mit dem (grundsätzlich richtigen) Argument, dass Fehler die von der Quelle herrühren, nicht wieder gut zu machen sind, wurde damals- und wird auch heute noch versucht, dem Kunden ein ordentlich teures Quellgerät einzureden. Dieses Argument stimmt aber schon lange nicht mehr, denn die aktuellen – und sogar relativ preisgünstigen Digitalplayer – liefern bereits eine Qualität, die selbst von einem hundert Mal so teueren Lautsprecherpaar nicht verlustfrei umgesetzt werden kann. Ähnliches gilt für Verstärker, aber hier kann es durchaus Sinn machen – je nach Lautsprecher bzw. geforderter Maximallautstärke – in diesen deutlich mehr zu investierten. Völlig zutreffend wäre die oben genannte Aussage nur dann, wenn sie sich auf die Aufnahmequalität beziehen würde, denn leider ist es so, dass mit steigender Wiedergabequalität auch Aufnahmefehler deutlicher hörbar werden.

“Diese Geräte passen nicht zusammen” – gibt es das überhaupt?
Auch solche Hinweise stammen noch aus vergangenen Zeiten, in denen fast jeder Hersteller “sein eigenes Süppchen gekocht hat”. Das ist aber schon lange her und nicht mehr zeitgemäß, weil vernünftige Hersteller wissen, dass ihre Geräte kompatibel sein müssen um am Markt bestehen zu können. Manche Händler versuchen aber, mit solchen Aussagen einerseits Kompetenz zu demonstrieren und andererseits einen bestimmten Verkauf zustande zu bringen. Trotzdem ist die richtige Kombination, im Besonderen die zwischen Leistungsverstärker und Lautsprecher, ein relativ wichtiges Thema. Denn obwohl grundsätzlich jeder moderne Verstärker jeden Lautsprecher betreibt, kann es hier zu ungünstigen Kombinationen kommen. In jedem Fall ist es aber falsch, dabei irgendwelche Ziffern zu vergleichen, in der Hoffnung, dass dann alles Bestens ist und nichts mehr passieren kann. Wenn eine nach Ziffern passende Anlage mit einer laut aufgenommenen CD auf Vollpegel gebracht wird, gibt es mit Sicherheit nach wenigen Sekunden kaputte Geräte! So banal es auch klingen mag, aber schon im Vorgespräch einer Beratung sollte eine wichtige Frage geklärt werden, nämlich die der geforderten unverzerrten Maximallautstärke. Denn eine kleinere, durchaus fein klingende Anlage für Normallautstärken kostet nur einen Bruchteil einer High-End Anlage, die auch für hohe unverzerrte Lautstärken geeignet ist. Es ist aber möglich, teure Großboxen mit guten kleinen Vollverstärkern zu betreiben, so wie es auch möglich ist, edle kleine Kompaktboxen mit äußerst kräftigen Endstufen zu betreiben. Solche Kombinationen machen aber nur Sinn, wenn dabei mit genügend Feingefühl und richtiger Einschätzung der physikalischen Grenzen vorgegangen wird. Hier kann nur ein fachkundiger und seriöser Händler sinnvoll beraten.

Zubehör? Weit unwichtiger, als immer wieder behauptet wird!
Abgesehen von einem eventuell notwendigen Rack, sind Verbindungskabel das einzige wirklich notwendige Zubehör einer Audiowiedergabeanlage. Die Wichtigkeit dieser Zubehörteile wird aber stark übertrieben. Die Hersteller – aber auch die HiFi Magazine -  stellen sie als klangbeeinflussende “Komponenten” dar, die sorgfältig ausgewählt werden müssen.
Völlig unnötig sind diverse “Klangverbesserer” (Details unter “Realistische Betrachtungen” und “Erfahrungen und Erkenntnisse” in dieser HP). Nichts davon bewirkt irgend etwas Positives, alles hilft nur dem, der es verkauft!

Sagen Sie einfach was Ihnen wichtig ist, denn viel “Input” führt zu besserem “Output”
Für eine optimale Beratung sind viele Informationen notwendig. Der Interessent sollte alle seine Wünsche, die räumlichen Gegebenheiten und den vorgegebenen Budgetrahmen bekannt geben. Ein guter Berater kann dann schon recht konkrete Vorschläge machen. Viele weitere Dinge klären sich aber erst während der Vorführung. Nicht selten kommt es dabei vor, dass ein Kunde in mancher Hinsicht umdenkt, aber das macht die Sache letztlich auch spannend.

Ist das Aussehen der Geräte wichtig?
Viele Händler haben kein Verständnis dafür, wenn eine Anlage auch optisch gefallen soll. Lassen Sie sich diesen Wunsch nicht nehmen! Hohe Qualität und schöne Optik zu kombinieren ist heute kein Problem mehr. Anders ist das bei Designanlagen, hier wird schon bei der Konstruktion zu Gunsten der Optik auf Klangqualität verzichtet. Es gibt aber auch immer wieder Interessenten, denen das Aussehen der Geräte ziemlich egal ist, wenn dadurch eine optimale Preis/Klangrelation zustande kommt. Das muss jeder für sich entscheiden. Abgesehen von der Optik ist es aber ganz praktisch, alle Elektronikkomponenten vom selben Hersteller zu nehmen, weil dann die gesamte Anlage mit nur einer Fernbedienung gesteuert werden kann. Nur sehr wenige Hersteller produzieren sowohl Elektronikkomponenten als auch Lautsprecher. Der Grund ist, dass es hier keinerlei Gemeinsamkeiten bei Forschung, Konstruktion, Technologie und Fertigung gibt. Wenn ein Hersteller trotzdem “beide Schienen fährt”, hat das für den Endverbraucher zumindest den Vorteil, dass dann alle Komponenten auch optisch zueinander passen. Aus technischer Sicht ist das aber völlig egal, das Argument dass dann auch klanglich alles besser zusammen passt ist völliger Unsinn.

Wie und wo man am besten beginnt:
Zuerst sollten Sie sich für einen Händler entscheiden, dem Sie Ihr Vertrauen schenken. Für eine grobe Auswahl genügen einige Telefongespräche, die bereits erkennen lassen, ob es Sinn macht ein bestimmtes Geschäft aufzusuchen oder nicht. In einem ersten Beratungsgespräch und aus dem Eindruck den der Händler hinterlässt, kann der richtige Partner für die Anschaffung von HiFi-Geräten gefunden werden. Ein richtig vorgehender Händler sollte sich vorerst einmal in aller Ruhe Ihre Wünsche anhören und unter diesen Vorgaben verschiedene Möglichkeiten vorschlagen. Wenn Sie dann während der Vorführung Ihre positiven und negativen Eindrücke kommentieren, wird es auch für ihn leichter, die für Sie passende Anlage oder Einzelkomponente zu finden. Sie sollten aber immer fair zu dem Händler sein, der die Arbeit mit Ihnen hatte! Nur er hat sich Ihren Kaufabschluss verdient. Leider ist das nicht immer so. Ein “Quercheck” in die nächste Preisklasse hat schon oft dazu geführt, dass ein Kunde umdenkt und statt einer billigeren Gesamtanlage vorerst nur einen Teil davon anschafft. Vielleicht kann auch ein bereits vorhandenes Gerät noch eine Zeit lang weiterverwendet werden? Ein seriöser Händler wird diese Frage ehrlich beantworten. Ein guter Berater sollte auch erkennen, welche Art von Kunden er vor sich hat. Viele Musikliebhaber suchen vor allem eine einfach zu bedienende Anlage, die keine Probleme macht und die “nur” gut klingt. Andere wieder benötigen viele Funktionen und/oder legen zusätzlich Wert auf gediegene Optik. Das alles ist individuell und muss im Rahmen einer Beratung wertfrei berücksichtigt werden. Das nötige Feingefühl, das Verständnis für jeden Wunsch und das technische Wissen machen letztlich den Erfolg oder Misserfolg einer Beratung-, bzw. eines Fachgeschäftes aus.

Die fast alles entscheidenden Lautsprecher
In der Praxis hat es sich bewährt, mit der Wahl der Lautsprecher zu beginnen, denn hier müssen (abgesehen vom Klang) meist auch Faktoren wie Größe und Optik berücksichtigt werden. Der persönliche Geschmack spielt dabei eine große Rolle. Jeder der Lautsprecher testet, wird bald feststellen, dass es die billige “Wunderbox” nicht gibt. Es ist leicht nachvollziehbar, dass Preis und Qualität ziemlich synchron verlaufen. Bei den Elektronikkomponenten ist das in stark abgeschwächter Form auch der Fall. Mit dem Preis ändert sich aber in beiden Fällen die Qualität der verwendeten Materialien, der konstruktive Aufwand und die Machart. Jedenfalls ist es nie ein Fehler, für optimale Preis/Klangrelation deutlich mehr in die Lautsprecher zu investieren als in die Elektronik.

Zum Testen verwendet man am Besten “eigene Musik” mit sehr guter Aufnahmequalität
Eine gute HiFi Anlage sollte für jede Musikart geeignet sein. Deshalb ist es ratsam, verschiedene Musikrichtungen für die Hörtests mitzunehmen. Die Aufnahmequalität hat entscheidenden Einfluss auf das Testergebnis! Mit sehr alten oder schlechten Aufnahmen ist kaum jemand in der Lage, Unterschiede herauszuhören. Mit dabei sein sollten Aufnahmen mit breitem Frequenzspektrum (Hoch- und Tieftonwiedergabe), Musikstücke mit sehr komplexer Instrumentierung (Auflösung und Durchsichtigkeit), aber auch welche wo nur wenige Instrumente vorkommen (Räumlichkeit und Präzision). Nicht fehlen sollten Aufnahmen mit Gesang und “natürlichen” Instrumenten (also solche, die ohne Instrumentenverstärker auskommen). Gute Live-Aufnahmen aus dem Klassik- und Jazzbereich sind wesentlich besser geeignet als beispielsweise Live-Aufnahmen von Popkonzerten. Weitgehend ungeeignet ist “Musik” die ausschließlich am Computer entstanden ist, denn hier fehlt jeder Bezug zum natürlichen Klang. Manches Mal kommt es vor, dass Jemand fast ausschließlich eine Musikrichtung hört, bei der bestimmte Eigenheiten stark ausgeprägt sind. In so einem Fall sollte ganz speziell vorgegangen werden. Denn sicher wird eine Musikanlage die beispielsweise nur für die Wiedergabe von kleinen Kammerorchestern zusammengestellt wird, aus völlig anderen Komponenten bestehen als eine, die vor allem für Hard Rock verwendet werden soll. Bei gleicher Investitionssumme und richtiger Gerätewahl kann dann noch einiges mehr an Qualität und Hörgenuss herausgeholt werden.

Sehr oft machen Leute die testen den Fehler, dass sie “mehr” mit “besser” verwechseln!
Viele Lautsprecherhersteller wissen das, deshalb übertreiben sie gerne im Hoch- und Tieftonbereich. Besonders im Tieftonbereich kommt es bei Hörvergleichen immer wieder zu Fehleinschätzungen! Wenn ein Kontrabass ohne Zusatzverstärkung druckvoll wie einen Elektro-Bass wiedergegeben wird, ist das einfach falsch. Genau so falsch ist ein extremes “Hochtongezischel” ohne dass man erkennt, von welchem Instrument es eigentlich kommt. Oft liegt es aber an den Aufnahmen! Das merkt man daran, dass diese Probleme auch beim Wechsel zu anderen Anlagen bestehen bleiben.
Die Abhörlautstärke sollte nicht zu gering gewählt werden, richtiger Weise so, dass die Instrumente ihre natürliche Größe erreichen. Selbstverständlich sollte aber auch bei der bevorzugten Lautstärke kein Qualitätsverlust entstehen.

Der beste Tipp: vertrauen Sie nur “Ihren” Ohren und Ihrem emotionalen Empfinden!