Vorwort in eigener Sache:
Sicher gehört einiges an Mut dazu, so einen Artikel ins Internet zu stellen! Noch dazu für mich als HiFi Berater im Rahmen meiner Unternehmens-Homepage. Die Gefahr, dass ich mir dadurch so manches Geschäft verderbe, ist naheliegend. Das Kopfschütteln (und noch Schlimmeres) aller Leute, deren Einkommen vom Verkauf von HiFi-Produkten abhängt, ist damit jedenfalls gesichert. Diesen Artikel gibt es bereits seit etwa 15 Jahren in dieser HP. Meine anfänglichen Bedenken über mögliche negative Auswirkungen haben sich zumindest insofern zerschlagen, weil es zwischenzeitlich dazu Unmengen von positiven Reaktionen gab. Mit Sicherheit haben meine ehrlichen Aussagen meinem Unternehmen einerseits geschadet, aber andererseits habe ich dadurch viele Kunden gewonnen, die ihr geplantes Budget dann in anderer, aber sicher viel sinnvollerer Art eingesetzt haben. In einschlägigen Foren wurde mir schon unterstellt, dass ich mit meinen ungewöhnlichen Ansichten nur eine spezielle Verkauftstaktik verfolge, aber das ist ganz sicher nicht der Fall. Das erkennt man sogar bei meiner eigenen, sehr aufwändigen Wiedergabeanlage, wo es nicht den leisesten Anflug von “Hifi-Voodoo” gibt. Alles was ich behaupte, kann ich auch beweisen. Und das können alle Anderen nicht! Sie behaupten nur, bleiben aber jeden Beweis schuldig. Sie setzen dabei auf den Glauben, auf Suggestion und auf fehlende Sachkenntnis der Endverbraucher. Diese “Masche” geht allerdings seit Jahrzehnten auf, denn alle Beteiligten sitzen sozusagen in einem Boot und deren gemeinsames Ziel ist es, eigene Interessen zu verfolgen. Das funktioniert im Zusammenschluss viel besser als im Alleingang und dabei “hackt eine Krähe der Anderen kein Auge aus”. Mir ist kein anderes technisches Gebiet bekannt, wo so intensiv mit der Unwahrheit gearbeitet wird und wo derartig viele wichtige Dinge verschwiegen werden wie in der HiFi-Szene. Umgekehrt werden völlig unwichtige Dinge zu “Schreckgespenstern aufgeblasen”, die bei näherer Überprüfung sofort in sich zusammenfallen wie ein Kartenhaus. Zu den wenigen Leuten die mehr oder weniger alle Schwachstellen der HiFi Technik kennen und deren Beruf es auch notwendig macht, sich mit diesen Dingen intensiv auseinander zu setzen, gehören die wirklich guten Konstrukteure von HiFi-Geräten. Mit Sicherheit haben die meisten von ihnen keine Freude damit, wie ihre Geräte letztendlich “vermarktet” werden und wie generell mit dem Thema HiFi in den Medien, in Prospekten und im Verkauf umgegangen wird, aber verhindern können sie es nicht und vor allem würden sie sich selbst damit schaden.
Dieser Artikel würde aber völlig missverstanden werden, wenn er zu dem Schluss führt, dass aufgrund der angeführten Tatsachen ohnehin “alles egal” ist. Denn die wichtigen Dinge sind alles Andere als egal! Wie schon erwähnt, geht es nur darum, den HiFi Interessenten mehr Basiswissen zu vermitteln und sie dadurch in die Lage zu versetzen, besser zwischen wichtig, weniger wichtig und unwichtig zu unterscheiden und letztendlich “richtiger” in HiFi zu investieren. Hier sollen die Leser erfahren, wo sich die eigentlichen Schwachstellen bei der Audiowiedergabe verstecken. Dabei gibt es physikalische und biologische Grenzen, die nicht (oder nur schwer) zu überwinden sind. Diese Grenzen werden früher erreicht als allgemein angenommen. Meist sind es sogar mehrere Engstellen gleichzeitig die alles limitieren und die jede weitere Verbesserung unmöglich machen. So lange sie nicht erkannt und entfernt, bzw. vermieden werden, helfen keine anderen Maßnahmen, weil sie an den falschen Punkten erfolgen und dadurch weitgehend wirkungslos bleiben.
Zum einfachen Verständnis drei Beispiele:
- eine schlechte Aufnahme ist und bleibt schlecht. Eine hochwertige HiFi Anlage wird deren miese Qualität schonungslos aufdecken. Da hilft auch der Tausch zu noch besseren Geräten nichts und der ganze HiFi-Voodoo schon gar nicht. Die Aufnahmequalität ist dann einfach der alles limitierende Flaschenhals.
- bei schlechter Raumakustik (und/oder falscher Anordnung der HiFi-Komponenten im Hörraum – und/oder schlecht gewähltem Hörplatz) ist das genau so. Nur eine Verbesserung und Optimierung dieser entscheidende Punkte führt dann weiter.
- wenn die Lautsprecher (die mit Abstand wichtigsten Komponenten jeder Audioanlage) Grenzen vorgeben (und das ist fast immer der Fall), hilft auch die “beste” Elektronik davor nichts.
Um diese drei Punkte dreht sich genau genommen alles. Mit den Details dahinter wollen wir uns in den folgenden Artikeln beschäftigen. Dazu müssen Sie aber möglichst genau und aufmerksam lesen, ein “überfliegen” reicht hier nicht! Versuchen Sie, jeden Satz zu verstehen. Ich habe mich bemüht, alles so verständlich wie möglich zu schreiben, obwohl das nicht immer leicht war.