ZU DEN VERBINDUNGSKABELN
Mit Hilfe der HiFi Magazine und der Tatsache wie leicht Leute dem berühmten
Placeboeffekt erliegen, wird hier ordentlich abgezockt!
Noch vor etwa 25 Jahren wurde den Verbindungskabeln einer HiFi
Anlage keine außergewöhnliche Bedeutung beigemessen. Man verwendete einfach die
den Geräten beigepackten Cinchkabel und billige Kupferlitzenkabel zu den Lautsprechern.
In dieser "guten alten Zeit" gab es auch noch kein "HiFi Voodoo". Alleine
schon die Tatsache, dass praktisch jedes "stinknormale " Kabel einen für HiFi Anwendungen
absolut unbedeutenden Widerstand aufweist, ließ dazu keine weiteren Gedanken aufkommen.
Keiner weiß heute mehr genau, woher dann plötzlich der Anstoß zum Sinneswandel kam,
dem anschließend die gesamte HiFi-Szene folgte. Plötzlich war es "sonnenklar", dass
jedes signalführende Kabel einer HiFi-Anlage als eigenständige "Komponente" zu betrachten
ist, die einen eigenen Klangcharakter mit sich bringt und die deshalb sorgfältig
ausgewählt werden sollte. Die Möglichkeit eines individuellen "Klangtunings", das
nur über den Tausch der Verbindungskabel funktioniert, wurde mit Begeisterung aufgenommen.
Man empfand es als spannende Aufgabe, sich über das Testen und Tauschen von Kabeln
seinen Klangwünschen annähern zu können. Ein wahrlich "gefundenes Fressen" für
diejenigen,
die es verstanden haben (und bis heute verstehen), daraus Kapital zu schlagen. Für
viele HiFi-Berater ist das Ganze sogar zum Lieblingsthema geworden. Deren Botschaft
lautet, dass eine HiFi-Anlage nur so gut klingen kann, wie die Kabel es zulassen!
Der unbedarfte Laie vertraut, glaubt und kauft. Unterstützend dazu gibt es
umfangreiche Tests und Vergleiche in den HiFi-Magazinen.
Das Thema Verbindungskabel hat sich rasend schnell zu einer
eigenen "Wissenschaft" entwickelt. Viele neue Firmen entstanden, die sich nur
auf die Produktion von Kabeln und Steckverbindungen für die HiFi-Anwendung spezialisiert
haben. Durch den Einsatz bestimmter Materialien und zweckdienlicher "Architektur"
sollen Übertragungsverluste (!) vermieden - und dadurch der Klang verbessert werden.
Dabei blieb es aber nicht nur bei den "üblichen" Verbindungen wie Cinch- oder LS-Kabel.
Auf der Suche nach weiteren "Schwachstellen" einer HiFi-Kette fanden clevere Leute
bald neue Ansatzpunkte zum Geld verdienen. So sollen auch die Netzkabel entscheidenden
Einfluss auf den Klang von HiFi-Komponenten nehmen. Mit "an den Haaren herbeigezogenen"
Erklärungen, die weder ein Fachmann und schon gar kein Laie versteht, werden den
letzten 1,5 Metern einer Stromversorgungsleitung klangbeeinflussende Eigenschaften
angedichtet. Und weil auf diesem Gebiet ohnehin schon alle Schranken gebrochen waren,
fand man dann auch gleich noch klangliche Unterschiede zwischen den Digitalleitungen.
Die HiFi-Magazine - immer auf der ewigen Suche nach Sensationen - griffen alle
diese Themen freudig auf. Interessanter Weise haben sie aber meist völlig andere
Erklärungen dafür, warum ein bestimmtes Kabel einen speziellen Klangcharakter mit
sich bringt als der Hersteller selbst. Kein Wunder, denn in Wirklichkeit gibt es
dazu ohnehin keine vernünftige Erklärung.
Fest steht, dass die Industrie, die Medien und der Handel das gesamte Kabelthema
geschickt "am Kochen" halten, weil damit viel Geld zu verdienen ist. So lange alle
Beteiligten unentwegt das Gleiche predigen, wird dieser "Zauber" auch bestehen bleiben.
Aber es ist schon erstaunlich, wie leicht man einzelne Personen und sogar ganze
Menschengruppen manipulieren kann!
Jedenfalls haben Leute, welche viel Geld mit Kabel verdienen, allen Grund zur Freude. Auf keinem anderen HiFi-Gebiet sonst ist es noch möglich, derartig "traumhafte" Gewinnspannen zu realisieren. Kabel kosten in der Herstellung fast nichts, das teuerste daran ist die Konfektionierung und die Verpackung, sowie die Werbung und die gesponserten Artikel.
Hier einige Hinweise aus technischer Sicht:
Im Schnitt gibt ein Verstärker bei Zimmerlautstärke maximal 1 Watt Leistung an die Lautsprecher ab. Bei Lautsprechern mit schwächerem Kennschalldruckpegel kann sich dieser Wert auch verdoppeln.
Die niedrigste Impedanz der meisten Lautsprecher beträgt etwa 3,5 Ohm. Bei knapp 2 Volt Betriebsspannung ergeben sich daraus 0,6 Ampere Stromfluss.
Für diesen Stromfluss - und nur der zählt! - genügt theoretisch ein Kabel mit ca. 0,1mm² Querschnitt (10 Meter Länge angenommen). Für ein NF-Cinchkabel würde der Querschnitt eines Menschenhaares genügen! Tatsächlich durchläuft das akustische Signal im CD-Player oder Verstärker über unzählige Bauteile keine wesentlich größeren Querschnitte. Nur in der Endstufe eines Verstärkers werden die Querschnitte dem möglichen Stromfluss angepasst. Aber auch hier wird gerne wegen der "Show" stark übertrieben. In den Endstufentransistoren (wir haben schon etliche aufgesägt), also dort wo bereits der gesamte Strom in Richtung Lautsprecher fließt, werden Drähte (meist aus Gold) mit maximal 0,2mm Durchmesser verwendet. Was "helfen" danach noch fingerdicke Kabel?
Zur besseren Vorstellung welche Kabelquerschnitte tatsächlich
notwendig sind, drei Beispiele aus der Haushaltstechnik:
Ein elektrischer Heizlüfter mit einem konstanten (!) Verbrauch von
2.000 Watt, wird an einer Netzzuleitung von 1,5mm² Querschnitt (vom Sicherungskasten
meist mehr als 10 Meter entfernt) betrieben. Bei 230 Volt Netzspannung und ca. 20-
25 Ohm Widerstand der Heizspiralen fließen dabei etwa 8,7 Ampere Strom.
Ein Haarfön mit etwa 1.500 Watt konstantem Verbrauch bezieht seine
Energie über ein Netzkabel mit 0,75mm² Querschnitt. Mehr ist auch nicht notwendig.
Hier fließen etwa 6,5 Ampere Strom.
Mit 5x 2,5mm² Kabelquerschnitt wird ein Elektroherd angeschlossen
(380V Drehstrom).
Sollten alle Kochstellen, das Backrohr und der Grill eingeschaltet sein, kommt es
zu einem konstanten Stromverbrauch von etwa 12.000 Watt und es fließen
etwa 30 Ampere Strom. Der Gesamtwiderstand aller Heizwendel entspricht dann
etwa dem Impedanzwert eines Lautsprechers. Noch einmal: um Zimmerlautstärke
zu erzeugen, benötigt ein Lautsprecher im Schnitt maximal 1 Watt Leistung und es
fließen 0,6 Ampere Strom. Trotzdem bieten viele LS-Kabelhersteller Typen an, deren
Querschnitt ausreichen würde, um damit einen ganzen Häuserblock mit Haushaltsstrom
zu versorgen. Manche davon haben tatsächlich den Durchmesser eines Gartenschlauches.
Nicht unerwähnt darf aber bleiben, dass für eine Verdoppelung der akustischen
Lautstärke etwa die 10fache elektrische Leistung notwendig wird. An dem selben
Lautsprecher muss der Verstärker dann (gegenüber Zimmerlautstärke) Spannungen von
bis zu 6 Volt aufbauen und der Stromfluss erhöht sich auf etwa 1,7 Ampere. Bei einer
weiteren Verdopplung muss der Verstärker dann bereits 19 Volt aufbauen und es fließen
etwa 5,3 Ampere Strom. Jetzt kommt dann langsam doch der Kabelquerschnitt
ins Spiel! Aber mit 2,5mm² ist man bis etwa 10 Meter Länge auf der sicheren Seite.
Nur bei noch größeren Längen und/oder noch mehr (tatsächlich genutzter) Leistung
ist es notwendig, ein 4mm² Kabel zu verwenden.
Was kommt nach dem LS-Kabel bzw. wie geht es im Lautsprecher weiter?
In jedem passiven Lautsprecher wird dem eingebauten
Tieftonchassis als Tiefpass eine Spule (zum Ausfiltern hoher Frequenzen)
vorgeschaltet. Diese Spule besteht aus Kupferlackdraht, mit höchstens 1,25mm
Durchmesser - also ca. 1,2mm² Querschnitt. Je nach notwendiger Induktivität
werden dazu etwa 20 bis 50 Meter Draht verwendet. Sehr gute Spulen
in teuren Lautsprechern (oder solche mit geringer Induktivität) erreichen Widerstandswerte
von etwa 0,3 Ohm. Weniger gute (oder solche mit hoher Induktivität) 0,7 bis
1 Ohm. Dieser Widerstandswert bewirkt, dass auch der "tollste" Dämpfungsfaktor
eines High-End Verstärkers weitgehend wirkungslos bleibt und nur noch zu
einem Bruchteil beim Tieftonchassis ankommt (wieder ein schönes Beispiel
für Theorie und Praxis). Selbst das teuerste LS-Kabel kann hier nichts verbessern.
Dazu ein einfaches Rechenbeispiel: angenommen, ein "mittelprächtiger" Transistor-Endverstärker
hat einen Dämpfungsfaktor von 100 an 8 Ohm (das entspricht einem Innenwiderstand
von 0,08 Ohm). An einem 4 Ohm Lautsprecher halbiert sich sein Dämpfungsfaktor
auf 50. Wenn man nun annimmt, dass die Spule samt dem LS-Kabel gemeinsam einen
Widerstandswert von 0,8 Ohm aufweisen, ergibt das am Tieftonchassis eines 8
Ohm Lautsprechers (8 dividiert durch 0,8) einen Dämpfungsfaktor von 10
und an einem 4 Ohm Lautsprecher von 5.
Beim klassischen 3-Wege Lautsprecherkonzept wird auch dem Mitteltonchassis eine
Spule vorgeschaltet, allerdings mit geringerer Induktivität und somit kürzerem,
aber auch noch dünnerem Draht.
Fast immer werden Frequenzweichen mittels Leiterplatten zusammengeschaltet. Die sich darauf befindlichen Leiterbahnen haben sehr geringe Querschnitte und bestehen aus Standard Kupfermaterial. Nicht anders ist das bei den fix montierten Anschlussdrähten von Widerständen und Kondensatoren.
Im Lautsprecher führen von der Frequenzweiche im Normalfall relativ dünne Standardlitzenkabel zu den Lautsprecherchassis. Nur ganz wenige Hersteller verwenden bei sehr teuren Lautsprechern "bessere" Kabel aus der HiFi-Szene (aber nicht aus Überzeugung, sondern um sich eventuellen Diskussionen zu entziehen). Da im Musikspektrum höhere Frequenzen (ab ca. 1kHz) meist mit wesentlich geringeren Pegeln vorkommen als tiefere, wird die Verkabelung zu den Mittel- und Hochtonlautsprechern noch dünner ausgeführt als im Tieftonkanal und das ist auch absolut ausreichend.
Im Zusammenhang mit der Spule argumentieren Diskussionspartner gerne, dass dieses Problem vor allem für den/die Basslautsprecher zutrifft, die Mittel- und Hochtonlautsprecher haben kürzere Signalwege im Lautsprecher. Das stimmt aber nur zum Teil, denn besonders beim Mitteltonlautsprecher, der einen Tief- und einen Hochpass benötigt, ist die Situation noch schlechter (Spule und Kondensator im Signalweg). Beim Hochtonlautsprecher ist der Signalweg tatsächlich kürzer ("nur" ein Kondensator im Signalweg).
In der Frequenzweiche jedes passiven Lautsprechers werden den Mittel- und Hochtonchassis als Hochpass Kondensatoren (zur Abkopplung tiefer Frequenzen) vorgeschaltet. Ein Kondensator besteht aus zwei Metallfolien, die voneinander isoliert zu einem Zylinder gewickelt werden und an den Enden jeweils einen Anschlussdraht haben. Je nach Abstand und Fläche der Folien entsteht ein elektrisch messbarer Wert, die Kapazität (Einheit Farad). Ein Kondensator hat einen unendlich hohen Gleichstromwiderstand, also überhaupt keinen direkten Kontakt, sonst wäre er defekt. Das ändert aber nichts daran, dass Kondensatoren in den Frequenzweichen von passiven Lautsprechern unumgänglich sind. Sie haben einen größer werdenden Wechselstromwiderstand zu tiefen Frequenzen- und einen kleiner werdenden Wechselstromwiderstand zu hohen Frequenzen hin. Sie sind aus elektronischer Sicht das Gegenteil einer Spule.
Da die Mittel- und Hochtonchassis eines Lautsprechers meist einen höheren Wirkungsgrad haben als das/die Tieftonchassis, muss deren Pegel in der Frequenzweiche mit Widerständen abgeschwächt werden. Die dabei verwendeten Serienwiderstandswerte haben im Schnitt 2- 5 Ohm. Wie gering ist dagegen der Widerstand eines Standard LS-Kabels! Bei 2,5mm² Querschnitt und 10 Meter Länge misst man hier etwa 0,1 Ohm.
Haben die elektrischen Eigenschaften von Kabeln Auswirkungen im Niederfrequenzbereich?
Bei Tests in HiFi-Magazinen werden Verbindungskabel immer wieder
bezüglich ihrer elektrischen Eigenschaften gemessen und verglichen. Je nachdem wie
die Kabel aufgebaut sind, ergeben sich dabei unterschiedliche Werte für Widerstand,
Kapazität und Induktivität. Aber alle diese Werte haben Größenordnungen, die bei
Anwendung im Niederfrequenzbereich absolut keine Rolle spielen. In der HiFi Praxis
kommen sie nicht einmal annähernd zum Tragen. Selbst wenn man die gemessenen Werte
mit 100, teilweise sogar mit 1000 multiplizieren würde, hätte das noch immer keine
hörbaren Auswirkungen. Denn die sehr niederohmigen Ausgangsimpedanzen moderner
HiFi Geräte (10-100 Ohm bei hochpegeligen Quellgeräten und Vorverstärkern) und die
üblichen Impedanzwerte von Lautsprechern (tatsächlich 3-25 Ohm) bewirken, dass im
hörbaren Frequenzbereich keine Beeinflussung stattfinden kann. Es ist eigentlich
lächerlich darüber überhaupt zu diskutieren, denn rein rechnerisch ergeben sich
hier frühestens Auswirkungen im Bereich von einigen hundert Kilohertz. Selbst bei
Geräten mit Röhrenausgangsstufen (CD-Player und Vorverstärker), die meist etwas
höhere Ausgangsimpedanzen aufweisen, ist nicht die geringste Klangminderung zu erwarten.
Bei den LS-Kabeln ebenfalls nicht, denn im Gegensatz zu den Transistorendstufen
verwenden Röhrenendstufen ausgangsseitig einen Transformator, der schon in sich
bei sämtlichen Parametern relativ hohe Werte mit sich bringt, wodurch sich die Kabelparameter
noch weniger auswirken.
Natürlich geht es bei HiFi um beste Wiedergabequalität. In diesem Zusammenhang
sollten die Verbindungskabel auch keine Verluste verursachen. Aber woher sollen
diese eigentlich kommen? Sachlich betrachtet, ist ein Kabel nichts anderes, als
ein geringfügig in die Länge gezogenes Metallstück. Es ist auch eine Tatsache,
dass sich der "Marschbefehl" für den Elektronenfluss mit annähernd Lichtgeschwindigkeit
in Metall fortpflanzt. Das entspricht einer Zeit von etwas mehr als einer Sekunde
für die Strecke von der Erde zum Mond. Was bedeuten da schon einige Meter? Sind
dazu tatsächlich sündteure Kabel notwendig? Ist es wirklich sinnvoll, etwa ein Drittel
des Anlagepreises in Kabel zu investieren? Kein vernünftig denkender Mensch wird
dem zustimmen.
Den Verbindungskabeln einer HiFi-Anlage wird derartig viel Wichtigkeit beigemessen,
als müssten damit kilometerlange Strecken im Hochfrequenzbereich übertragen werden.
Für Hochfrequenztechniker sind die lächerlichen 20kHz mit denen wir uns hier beschäftigen,
nicht einmal der Rede wert, sie werden scherzhaft als "Gleichstrom" bezeichnet.
Manche HiFi-Esoteriker (die anscheinend auch in der Lage sind "das Gras wachsen
zu hören") behaupten, dass sie sogar unterschiedliche Steckerprodukte und ob ein
Kabel gecrimpt oder gelötet ist, heraushören können. Auch die Verwendung verschiedener
Lötzinnsorten wollen sie erkennen und ähnliche verrückte Dinge mehr. Diese Leute
sollte man einmal verblindet testen, damit sie endlich aus ihren "Träumen" erwachen.
Die Verursacher dieser haarsträubenden Aussagen sind - wie fast immer - die absolut
unglaubwürdigen Berichte, die uns laufend in den diversen HiFi Magazinen aufgetischt
werden.
Welchen prozentuellen Anteil haben die Verbindungskabel im Vergleich zur restlichen Wiedergabekette?
Wenn man die gesamte gestreckte Länge einer HiFi Kette
grafisch darstellen würde, käme man beim Anteil für die Verbindungskabel gerade
mal (geschätzt) auf 3 bis 5 Prozent. Auch wenn diese Kabel "die besten" sind,
ändert das nichts an der Tatsache, dass das Tonsignal über wesentlich längere Strecken
durch relativ minderwertige und dünne Materialien geleitet wird (Innenverkabelung
der Geräte und Lautsprecher, Leiterplattenbahnen, Anschlussdrähte der Bauteile etc.).
Aber es gibt noch weitere Schwachstellen. Beispielsweise werden in fast jedem Verstärker
vor den Lautsprecheranschlüssen Relais verwendet, die erst einige Sekunden
nach dem Einschalten die Lautsprecher hinzuschalten. Dadurch werden die Lautsprecher
vor Gleichspannung geschützt und ein Einschaltstromstoss verhindert. Die Kontaktflächen
dieser Relais haben die Größe eines Stecknadelkopfes, sie übertragen aber die gesamte
Verstärkerleistung.
Wie heißt es immer? Das schwächste Glied einer Kette entscheidet über deren Gesamtqualität.
Die Kabel werden es sicher nicht sein, eigentlich sind sie immer - selbst bei
Verwendung von Standardkabeln - die stärksten Glieder einer HiFi-Kette.
Hier noch ein letzter Versuch, die Sinnlosigkeit von dicken
und teuren LS-Kabeln zu verdeutlichen. An Stelle von elektrischem Strom
nehmen wir Wasser und statt der Kabel Rohrleitungen:
In einem "Gerät" wird Wasserdruck erzeugt (entspricht dem Leistungsverstärker).
An dessen Ende fließt das Wasser durch eine extreme Engstelle (entspricht dem Ausgangsrelais),
anschließend fließt es durch ein sehr kurzes und sehr dickes Rohr (entspricht
dem LS-Kabel),
dann durch mehrere, hintereinander angeordnete Siebe, Filter und Druckminderer
(entspricht den Bauteilen einer passiven Frequenzweiche),
von dort fließt es durch zwei (Zwei-Wege Lautsprecher) oder drei (Drei-Wege Lautsprecher)
relativ dünne Rohre (entspricht den Zuleitungskabeln zu den Lautsprecherchassis),
um abschließend bei den "Endverbrauchern" (Lautsprecherchassis) anzukommen,
wo es dann an hunderten, ganz dünnen Rohrwindungen seine Arbeit verrichtet (entspricht
den Schwingspulen der Lautsprecherchassis).
Man muss kein Physiker sein um zu erkennen, dass das kurze und
sehr dicke Rohr (LS-Kabel) keinen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der gesamten
Kette nimmt.
----------------------------------------------------------------------------------------------------
Weil es auch gut zum Kabelthema passt: heute ist es doch
üblich, CD's am Computer zu brennen. Dagegen ist auch aus technischer und klanglicher
Sicht nichts einzuwenden. Aber hat schon einmal Jemand darüber nachgedacht, über
welche "Kabel", Microchip's und Festplatten das alles läuft? Auch die HiFi Magazine
haben darüber noch kein Wort verloren, aber es gab schon mehrere Tests über die
klanglichen Unterschiede von Digitalkabel.
Das Gleiche gilt für "bessere" Stromkabel, die manches Mal so viel wie
ein billiger guter Verstärker kosten. Wie ist es möglich, unzählige Menschen so
zu manipulieren, dass sie an so etwas glauben und dafür viel Geld ausgeben?
Da fehlen einem die Worte.....
Und noch etwas: hochwertigen HiFi-Kopfhörern wird (zu Recht) eine äußerst präzise Wiedergabe nachgesagt, die kaum von Lautsprecherboxen erreicht werden kann. Die Zuleitungskabel dieser Kopfhörer sind aber alles andere als hochwertig. Sie sind meist 3m lang und bestehen aus sehr dünnem Standard-Litzendraht. Auch die sich daran befindlichen Stecker und die Anschlussbuchsen in den Verstärkern kann man keinesfalls als hochwertig bezeichnen. Wie erklären das die "Kabel - und Steckergurus"?
Jetzt aber wirklich zum letzen Punkt: in fast jedem HiFi Magazin wird darauf hingewiesen, wie wichtig es ist, bei den Lautsprechern die Blechbrücken an den Bi-Wiring Anschlüssen durch LS-Kabel zu ersetzen. Der Klang soll dadurch wesentlich an Qualität gewinnen. Wie absurd! Sowohl in den Elektronikkomponenten (davor) als auch in der Frequenzweiche (danach) gibt es hunderte Blechbrücken (und zwar ganz "mickrige"), in Form von Leiterbahnen auf den Leiterplatten. Da kann doch der Tausch dieser zwei extrem dicken und maximal 5cm langen Blechbrücken mit einem Litzendraht nichts verbessern. Laut deren Aussage soll es sogar einen Unterschied machen, ob das Lautsprecherkabel oben oder unten angeschlossen wird, obwohl es sich immer um die gleichen Pole handelt. Das ist schlichtweg unmöglich. Wie kann man nur an so etwas glauben?
Alle die davon überzeugt sind, dass es klangliche Unterschiede zwischen den unzähligen sich am Markt befindlichen Kabeln gibt (Importeure, Tester, Händler und Endverbraucher), sollten einmal einen Blindtest durchführen. Keiner muss sich dafür schämen, wenn er dann plötzlich keine Unterschiede mehr hört, von denen er vorher "felsenfest" überzeugt war. Dieser Placeboeffekt ist menschlich und fällt in die Kategorie "Wunschdenken".
Zum Abschluss dieses Themas noch ein
guter Rat: kaufen Sie statt teurer Kabel lieber bessere Lautsprecher, das bringt
unvergleichlich mehr an Klanggewinn. Oder/und: verbessern Sie um das gleiche Geld
die Raumakustik Ihres Hörraumes.
Wir behaupten: ein Quadratmeter Dämmmaterial an der richtigen Stelle im Hörraum
positioniert, bringt wesentlich mehr an Klanggewinn, als der Tausch von Standardkabeln
zu sündteuren "Superkabeln".
Achtung! Dieser Artikel wurde zur Gänze
von David Messinger erstellt. Es ist nicht gestattet, diesen ganz
oder auch nur Teile davon zu kopieren und in fremde Homepages einzufügen, so als
wenn der Verfasser ein anderer wäre!
Erlaubt sind Links auf diese HP und auf einzelne Artikel die sich darin befinden.
Auch Zitate dürfen verwendet werden, wenn es gleichzeitig einen Hinweis auf diese
HP oder dessen Verfasser gibt.