GUTER KLANG BEGINNT BEIM RAUM!
Ist dieser akustisch schlecht, können auch „die besten Audiokomponenten der Welt“ darin nicht gut Musik wiedergeben. Fast immer wird es der Raum sein, der die Qualität der Musikwiedergabe darin nach oben hin limitiert. Das ist fix wie ein Naturgesetz, denn alles auf diesem Gebiet basiert auf Naturgesetzen. „Wunder“ gibt es dabei keine.
Mein „Hörraum“ war vorgegeben. Diesen Raum habe ich bei der Erstellung meines Einfamilienhauses mit eingeplant. Es handelt sich dabei um einen Kellerraum, 5,2m breit, 8m lang und 2,6m hoch. Bis auf zwei kleine Fenster und einer Eingangstür gab es nur glatte Betonflächen.
Als Erstes habe ich sämtliche Wände und auch die Decke vollflächig (!) mit 10cm Mineralfaserplatten ausgestattet. In Summe ergab das ca. 15 Kubikmeter Dämmmaterial! Auf den Boden kam vollflächig ein hochfloriger Teppich. Die (messtechnische) Folge: bis hinab zu 200Hz gibt es praktisch keine störenden Reflexionen. Die üblichen Raummoden darunter sind natürlich vorhanden, da helfen selbst derartig extreme Maßnahmen nichts. Das war aber ohnehin klar.
Aktuelle Messungen ergeben dieses Bild:

Deutlich ist erkennbar (obwohl 0,3 ohnehin schon ein „traumhaft“ guter Wert ist), dass der Tieftonbereich dem Rest hinterher hinkt.
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Meine private Anlage ist ein gutes Beispiel für eine individuelle Lösung.
Kurzzeitige Versuche zuvor mit großen serienmäßigen und relativ teuren passiven HiFi-Boxen haben sich als völlig indiskutabel herausgestellt, weil sie meine Pegelansprüche, noch dazu im Zusammenhang mit der vorhandenen stark schallabsorbierenden Raumakustik nicht annähernd erfüllen konnten.
Also war Selbstbau angesagt. Meine Erfahrungen aus der Zeit, als ich noch Bühnen- und Discothekanlagen gebaut habe, haben mir dabei sehr geholfen. Allerdings hat sich zwischenzeitlich technisch sehr viel geändert.
Meine Vorgaben:
Eine Audiowiedergabeanlage soll entstehen, die alle audiophilen Attribute bis auf’s mögliche Maximum ausreizt und auch beibehält, selbst wenn sie Pegel erzeugt, die “gefühlt” einer originalen Darbietung entsprechen.
Oder anders: eine Audiowiedergabeanlage soll entstehen, die tatsächlich in der Lage ist, dem Original sehr nahe zu kommen und die dabei noch „glockenklar“ klingt.
Nur damit das nicht falsch verstanden wird: mit „lautem Geplärre“ hat das was ich in mehreren Selbstbauprojekten im Laufe von mehreren Jahrzehnten auf die Beine gestellt habe, nicht das Geringste zu tun!
Eine Anlage, die dementsprechend leistungsfähig ist und die in einem speziell dafür ausgestatteten Raum Musik wiedergibt, wird auch bei hohen Pegeln nicht unangenehm klingen, weil nichts hörbar verzerrt, einerseits deshalb, weil sie hohe Pegelreserven hat und andererseits, weil es kaum störende Reflexionen im Raum gibt.
Viel mehr als sonst ist so eine Anlage aber von erstklassigen Aufnahmen abhängig und das macht die Sache noch schwieriger als sie ohnehin schon ist, denn wirklich gute Aufnahmen gibt es leider nur sehr wenige.
Die “Schlüssel” zu so einer Anlage sind (bei viel Erfahrung auf diesem Gebiet) klar. Auf das Wesentliche reduziert sind es genau genommen nur sechs Punkte:
-> ein Hörraum, der sehr stark Schall absorbiert,
-> ein symmetrisches Lautsprecher Umfeld,
-> die Verwendung hochwertiger und leistungsfähiger Lautsprecherchassis aus dem Profibereich, mit ausreichend großen Membranflächen,
-> alle Lautsprecherchassis müssen zum Hörplatz hin ausgerichtet sein, damit keine Phasenprobleme entstehen,
-> möglichst exakte Lautsprecher-Einmessung beim Hörplatz, im Zusammenhang mit deren Umfeld,
-> Verstärker mit ausreichend hoher Leistung.
Im Detail kommen in meinem Fall noch folgende Punkte hinzu:
-> vollaktive Technik,
-> die Lautsprecher für den Tiefbass (unter ca. 80Hz) müssen eigenständige sein, um sie im Raum optimal platzieren zu können,
-> der Einsatz eines DSPs (Digitaler Signal Prozessor), denn analoge Frequenzweichen ermöglichen bestimmte wichtige Dinge nicht,
-> außenliegende Elektronik (nicht zwingend notwendig, aber bei großen Anlagen praktischer),
Da ich auch gerne Musikvideos schaue (ist wesentlich realitätsnäher als Audio alleine), gibt es im Raum auch einen Projektor und eine 3 Meter breite Rahmenleinwand.
Stereo reicht mir völlig. Multichannel würde viel zu aufwändig werden und bringt bei der Musikwiedergabe kaum etwas.
Meine aktuelle Hörsituation
Ganz wichtig ist Symmetrie und gleiche Schalllaufzeiten zum Hörplatz hin.

DIE SUBWOOFER:
Frontseitig gibt es vier Subwoofer, was ursprünglich so nicht geplant war. Zwei davon waren hinter dem Hörplatz als Bassabsauger vorgesehen (DBA). Das hat auch funktioniert und war eine Zeit lang so in Betrieb, allerdings hat sich nach vielen weiteren Versuchen und Messungen herausgestellt, dass die jetzige Position doch die bessere ist.
Nichts gegen DBA, das ist sogar „der Königsweg“, aber dazu sind sowohl frontseitig als auch an der Rückwand wesentlich mehr Subwoofer (die dann kleiner sein können) notwendig.
So wie die Subwoofer jetzt stehen, gibt es (nach DSP-Korrektur) linearen Schalldruck bis 20Hz herab. Zwei davon hätten auch gereicht, bei vier gibt es allerdings noch etwas weniger Klirr bei hohen Pegeln (der andererseits wieder egal wäre, weil nicht hörbar).
Jeder Subwoofer beinhaltet ein hochwertiges 18 Zoll Chassis von B&C mit 4 Zoll Schwingspule. Das Gehäusevolumen (geschlossen) beträgt jeweils netto ca. 120 Liter. Der Frequenzbereich aller Subwoofer endet nach oben hin bei 80Hz/48dB. Spielt man sie alleine, ist nicht zu erkennen um welche Musik es sich handelt und so soll es auch sein.
DAS „GEHIRN“ dieser Anlage:
Seit 2023 verwende ich (nach diversen anderen in der Vergangenheit) einen neuen DSP vom Hersteller miniDSP mit dem Produktnamen „Flex Eight“, der mittels spezieller Software (Dirac Live) eine automatische Lautsprecher-Hörplatzanpassung ermöglicht. Das Schöne daran ist, dass man diese Funktion auch während der Musikwiedergabe per Mausklick ein- und ausschalten kann.
Ich beschreibe diese Funktion hier in dieser Homepage in einem eigenen Artikel.
Klick
Der DSP ist sehr klein (nur ca. zwei Handflächen groß), aber technisch unglaublich komplex. Was mir als Einziges von Haus aus nicht gefallen hat, das waren die (unsymmetrischen) Cinch-Ausgänge, weil für mich bei allen meinen Anlagen bisher symmetrische Leitungsführung Standard war. Sehr bald hat sich aber herausgestellt, dass ich mir meine Bedenken hätte sparen können, denn nicht nur dass es mehr als genug Pegelreserven gibt, gibt es noch dazu einen Störspannungsabstand, der zuvor noch nie so gut war. Es gibt praktisch kein Rauschen mehr, nur ganz minimal knapp vor den Lautsprechern.
Die komplette Anlage ist selbst gebaut. Zugekauft sind die LS-Chassis, die Verstärkermodule, der DSP sowie alles an Kleinmaterial.
Die Zusammenschaltung der kompletten Anlage (demnächst nur noch dreiwegig):

Im Keller meines Einfamilienhauses stehen sowohl eine Metall-Fräsmaschine als auch eine Drehbank von Emco. Ich verwende sie auch immer wieder für präzise Holzarbeiten.

In einem weieren Raum gibt es alles für die Holzbearbeitung. Ich verwende hauptsächlich Maschinen von Festool. Für’s Lackieren gibt es Kompressor und Spritzpistole.
Die Gesamtansicht (hier noch mit den alten und dreiwegigen Open Baffle Sats und anderer Subwoofer Platzierung):
Dahinter, direkt an der Wand stehen die erst 2024 neu hergestellten vier Subwoofer mit den 18 Zöllern. Die Leinwand für die Videoprojektion ist 3 Meter breit (sieht hier viel kleiner aus als sie ist, weil weiter hinten, im Grundriss weiter oben stimmen die Größenordnungen zueinander).
(Dieses Foto wird getauscht, sobald es die neuen Open Baffle Sats gibt).

Im Rack direkt beim Hörplatz befinden sich der Mac Mini mit M2 Pro Chip, Tastatur, Maus und Monitor, sowie der miniDSP Flex Eight samt Dirac Live.
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DAS SAT-LAUTSPRECHERPAAR „OPEN BAFFLE“
(neu und noch in Arbeit):
Die Höhe der Sat-Lautsprecher beträgt 120cm und die Breite 34cm. Alle Chassis bilden in der Vertikalen ein gemeinsames akustisches Zentrum bei 85cm Höhe. Die Schallwände sind mit 4 Grad nach hinten geneigt.
Im tiefen Grundtonbereich arbeiten pro Lautsprecher 2 Stk. 10 Zoll Tief-/Mitteltöner von B&C mit 3 Zoll Schwingspule (90Hz bis 1,3kHz/48dB),
Im Hochtonbereich arbeitet je ein großer (10 Zoll) Dipol-AMT von Mundorf (ab 1,3kHz/48dB).
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Bild und Tonquelle:
Für die Audio und Video-Wiedergabe, zum Rippen von CDs, zum Einmessen der Lautsprecher und letztlich auch um im Keller alles machen zu können was mit einem PC möglich ist, habe ich als „Apple-Fanboy“ einen Mac-Mini 2023 mit M2 Pro Chip gewählt (ein älteres und einfacheres Modell hätte auch gereicht, aber den hier hatte ich gerade zur Verfügung). Dazu die übliche Peripherie wie Bildschirm, Maus und Tastatur.
Als Betriebsprogramm dient jeweils das aktuelle Mac-OS.
Als Einmess-Software verwende ich Carma von Audionet.
Als Messmikrofon verwende ich eines mit USB-Anschluss, nämlich das UMIK1 von miniDSP, das direkt an den PC angeschlossen wird.
Die richtige Einmessung der Lautsprecher bzw. deren Raumanpassung:
Das ist ein ganz entscheidender Punkt, mit dem man – will man es so perfekt wie möglich machen – selbst bei viel Erfahrung ‚zig Stunden verbringen könnte. Jede kleine Veränderung im Raum bewirkt auch eine Veränderung im Schalldruckverlauf beim Hörplatz und man muss sehr aufpassen, dass man dabei keine Fehler macht.
Dazu kommen durchaus noch persönliche Präferenzen. Vielleicht ist es auch gut, wenn man die Eigenschaften der bevorzugten Musik auch noch ein bisschen mit einbezieht. Ältere Aufnahmen leiden oft an zu wenig Volumen im Bassbereich. Hört man sie bevorzugt, wird man mit einer neutralen Einstellung nie ganz glücklich werden.
Der empfohlene Schalldruckverlauf ist aber ohnehin einer mit leicht angehobenem Bass…..
Zum Glück ist alles das bei vollaktiven Anlagen die einen DSP beinhalten, leicht abänderbar. Man hat sogar die Möglichkeit, mehrere Einstellungen abzuspeichern und je nach Bedarf abzurufen.
Man sollte dabei aber nicht übertreiben, denn sonst wird das „ein Fass ohne Boden“ und kann dazu führen, dass man sich zu sehr mit der Anlage beschäftigt und dabei das Musikhören vernachlässigt.
Abschließend noch ein paar Messergebnisse
(noch mit den alten Open Baffles):
Mein linear eingestellter Schalldruckverlauf beim Hörplatz (!) mit selbst eingegebenen Filtern, aber ohne dass ich dabei „jedem Zacken hinterher gelaufen bin“, was kaum geht und genau genommen auch gar nicht notwendig ist:

Hier das Gleiche noch einmal, aber einschließlich der „Glättung“ mit Dirac Live:

Und hier noch einmal, aber mit Eingabe „meiner idealen Hörkurve“ für die Musikwiedergabe:

Der (fast schon unglaublich gute) Klirrverlauf:

Anmerkung: die Perfektionierung mit Dirac Live ist eine wunderbare Sache, aber bei mir und meiner Anlage ändert sich dadurch klanglich nur noch wenig. Nur wenn man ganz genau hinhört, wird die virtuelle Mitte durch die dann kaum noch vorhandenen links/rechts Unterschiede noch etwas ausgeprägter. Das ist aber nur deshalb so, weil bei mir der Schalldruckverlauf durch den Einsatz eines DSPs, den ich sowohl als digitale Frequenzweiche, als auch zur Lautsprecher-Hörplatzanpassung verwende, ein sehr guter ist und ich die Einstellungen zuvor schon bestmöglich hingebracht habe. Im Normalfall ist das keinesfalls so!
Eine ganz tolle Funktion ist, dass man Dirac Live während der Musikwiedergabe aus- und einschalten kann.
Wozu dann das Ganze? Weil ich ein gnadenloser Perfektionist bin und weil mich Dirac Live interessiert hat.